"Faces of Jerusalem" liefert Einblicke in die Koexistenzarbeit der Jerusalem Foundation

Jüdisch-arabische Fotoausstellung der Jerusalem Foundation Deutschland  mit Fotografien von Herlinde Koelbl

 

Faces Of Jerusalem 1Copyright: Eva Speith/Merck

(v.l.n.r.: Gabriele Appel, Jer.Found.; Dr. Dan Shaham, israel. Gen.konsul; Herlinde Koelbl; Jochen Partsch, OB Stadt Darmstadt; Staatssekr. Ingmar Jung, Hess. Wissensch.Min.)

 

Die Ausstellung zeigt Menschen, die Grenzen und Vorurteile durch Verständigung überwinden, u.a. am Beispiel von Koexistenzprojekten der Jerusalem Foundation. Es ist ein fruchtbares Miteinander, belebend und bereichernd für beide Seiten. Diese Menschen tragen täglich die Hoffnung auf ein gemeinsames, friedvolles Leben mit in den Alltag. Und die Bilder sind Zeichen für dieses Leben.

Auch wenn es manchmal mühsam ist und es Rückschläge gibt, sind diese Menschen überzeugt, dass dies der richtige Weg ist und dass schon bereits die Kinder lernen einander zu vertrauen, wie wir bei der Climbing-Gruppe „Gay Ben Hinom“ sehen. Beim Klettern sichern sie sich gegenseitig. Ob sie Juden oder Araber sind, spielt keine Rolle.  Es geht nur darum, ob jeder sich auf den anderen verlassen kann. Die gemeinsame Erfahrung zählt. Wie im Kindergarten, wenn sie den Erzählungen lauschen, miteinander spielen. Oder bei den Jugendlichen, die zusammen für eine Theateraufführung proben. Oder den jungen Studenten, die durch den Sport oder die Musik zueinander finden. Junge arabische Hausfrauen besuchen einen Fotografie-Workshop, um ihren Horizont und ihre kreativen Ausdrucksmöglichkeiten durch Bilder zu erweitern. Es ist aber auch die gemeinsame Arbeit im Krankenhaus, in Schulen, im Museum, die ein Fundament legen für Verständnis, für Kultur, Religion und Zugehörigkeit des anderen. Es ist ein langer Weg. Entscheidend ist, dass er früh beginnt – „An den Unterschieden wachsen, diese annehmen und sich gegenseitig respektieren – damit müssen wir bei den Kindern anfangen.“

Also dem anderen als Mensch begegnen und ihn nicht misstrauisch als Feind zu sehen. Das ist die Zukunft – hoffentlich.

Herlinde Koelbl zählt zu den renommiertesten deutschen Fotokünstlerinnen. Ihr umfassendes Werk zeichnet sich vor allem durch fotografische Langzeitprojekte aus, die sie seit Ende der 1970er Jahren realisiert, oftmals ergänzt durch tiefgehende Gespräche mit den jeweils Portraitierten. Ihr besonderes Interesse gilt dem Portraitieren von Milieus und Personen.

Herlinde Koelbl lehrte als Gastprofessorin in Hamburg, Wien, New York und Sydney. Für ihr Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und dem Dr. Erich-Salomon-Preis.

Ihre Bilder sind in vielen wichtigen Sammlungen vertreten und wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen, Galerien und Museen gezeigt, u.a. 2015 im Nobel Peace Center in Oslo, 2009 im Martin-Gropius-Bau in Berlin, 2008 in der Kunsthal Rotterdam und im Shanghai Art Museum, 2000 im Haus der Kunst München sowie 1991 im Spertus Museum in Chicago.

Die Künstlerin hat mittlerweile mehr als 20 Fotobücher publiziert, darunter „Targets“ (2014), „Mein Blick“ (2009), „Schlafzimmer“ (2002), „Spuren der Macht“ (1999), „Jüdische Portraits“ (1989). Parallel zu ihren Büchern und Ausstellungen veröffentlicht sie häufig auch themengleiche Dokumentarfilme und Videoinstallationen.

In einer Kritik im Tagespiegel schwärmt Harald Martenstein: „Herlinde Koelbl schreibt, Werk für Werk, die Chronik einer Epoche, wie früher die Romanciers, wie Zola oder Balzac, nur mit andern Mitteln.“

 

 Vom 2. bis zum 16. Dezember war die Ausstellung im Max Liebermann Haus, Berlin zu sehen: http://stiftungbrandenburgertor.de/aktuell/ausstellung-faces-of-jerusalem/

 

Berichterstattung über die laufende Ausstellung erhalten Sie hier: 

https://www.welt.de/print/die_welt/article159604160/Man-muss-Menschen-respektieren.html

 http://www.israel-nachrichten.org/archive/26552

 

 Weitere Informationen erhalten Sie bei Gabriele Appel unter gabrielea@jfjlm.org oder Tel. 089/89670213.

  

Faces Of Jerusalem 2

Copyright: Eva Speith/Merck