Rückblick auf 2016

 

 

Seit über fünf Jahrzehnten haben wir mit Hilfe von Freunden Jerusalems in über 4000 Projekte investieren können, die die Stadt maßgeblich geprägt haben. Auch im Jahr 2016 ist es uns gelungen bereits bestehende Projekte weiterhin zu fördern und neue Projekte zu initiieren. Einen Teil der Errungenschaften des letzten Jahres möchten wir Ihnen hier vorstellen. 

Über 250 Gäste aus aller Welt feierten 2016 mit uns das 50-jährige Bestehen der Foundation. Im Mittelpunkt standen zu diesem Anlass der Blick auf das Gestern, Heute und Morgen der Stadt - auf ihrer Geschichte und die zahlreichen Errungenschaften, mit denen unsere Stiftung Jerusalem zu einer modernen, lebendigen Metropole gemacht hat.

Die Konferenzteilnehmer besichtigten zahlreiche unserer Projekte und erlebten vor Ort Redebeiträge maßgeblicher Persönlichkeiten, u.a. von Israels Staatspräsidenten Reuven Rivlin, Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat, Rabbi Jonathan Sacks und Bernard Henri Levy. Ein weiteres Highlight im Rahmen unserer Feierlichkeiten: Die Wahl des Gewinners unserer Social Innovation Challenge durch unsere Gäste.

Jerusalem ist die ärmste Stadt Israels. Nirgends wird dies so offensichtlich wie bei Betrachtung der Lebensbedingungen der Kinder. Das Projekt "Springboard" für Kinder und Jugendliche in Kiryat Menachem, einem der sozialen Brennpunkte der Stadt, fokussiert diese Problematik mit innovativen Programmen, u.a. mit zwei neuen Berufstrainings und Berufsvorbereitungskursen. Ehemalige Absolventen können außerdem an einem neuen stadtweit angebotenen "Entrepreneurship"-Programm teilnehmen. Es vermittelt die Wissensgrundlagen für Unternehmertum und -gründung.

Bildung ist der Schlüssel zu einer kulturell und sozial starken Stadt. Entsprechend haben wir im letzten Jahr über 170 Studenten der Fachrichtungen Kunst, Technik, Technologie und Sozialarbeit mit umgerechnet ca. 160.000 Euro unterstützt. Diese engagierten Studenten stehen symbolisch für eine neue Fachkräftegeneration und sind somit unverzichtbar für die wirtschaftliche Zukunft Jerusalems. Ein weiteres Element unserer Bildungsinitiative war 2016 das "Young Academia"-Programm. Hierbei haben wir innerstädtisch 15 Jerusalemer Grundschulen mit 11 Hochschulen partnerschaftlich miteinander in Verbindung gebracht. Auf diese Weise konnten viele Tausend Schülerinnen und Schüler verschiedene Hochschulen kennenlernen. Die Grundschulen wiederum konnten sich den jungen Familien als attraktive Einrichtungen präsentieren.

Gemeinschaftliches Miteinander und Dialog sind maßgebliche Vorraussetzungen um friedliche Toleranz zwischen allen Bevölkerungsteilen in Jerusalem dauerhaft zu gewährleisten. Eine Pionierleistung gelang uns mit der "Cultural Competency"-Konferenz, der ersten Veranstaltung ihrer Art überhaupt. Sie brachte über 300 Bürger Jerusalems mit dem Ziel zusammen, sämtliche kommunalen Dienstleistungen für alle Jerusalemer zugänglich zu machen - und zwar unter Berücksichtigung der so vielvältigen kulturellen und ethnischen Unterschiede.

"Shared Living" war auch 2016 ein wesentliches Anliegen unserer programmatischen Arbeit. Entsprechend unterstützte die Jerusalem Foundation im vergangenen Jahr das Jerusalem Inter-Cultural Center und dessen MiniActive Netzwerk. Es besteht aus rund 1.000 arabischen Frauen aus Ostjerusalem, die mit der Entwicklung beispielhafter gemeinnütziger Graswurzel-Initiativen jedes Jahr zur Behebung von Tausenden von Alltagsproblemen beitragen. Dank der Arbeit dieser Frauen kam es im März 2016 zu einer kommunalpolitischen Änderungsentscheidung: Das städtische Budget für Abwasser/Siedlungshygiene in Ostjerusalem wurde um mehrere Millionen Schekel erhöht. 

Im vergangenen jahr unterstützte die Jerusalem Foundation mehr als 100 junge Jerusalemer Künstler, die auf verschiedenen Stadt-Events auftraten, u.a. beim Jazz Festival, dem Israel Festival, Musrara Mix, Manofim Contemporary Art Festival und dem Oud Festival. Auf diese Weise war es möglich, den jungen Künstlern gleichzeitg Beschäftigung und Publikum in Jerusalem zu bieten. Auch das Jerusalem Film Festival war ein echter Erfolg. Filmproduzent Quentin Tarantino und die spanische Schauspielerin Emma Suarez waren zu diesem Anlass eigens nach Jerusalem gekommen. Über 50.000 Besucher sahen mehr als 200 Filme aus 55 Ländern und besuchten an zehn Tagen über 300 Events in der Stadt. 

Wo immer man in Jerusalem ist - die Stadt bietet eine Fülle einzigartiger Stätten. Eine davon ist zweifelsohne Muslala - The Terrace. Sie zeigt auf gelungene Weise, wie sich das Potenzial besonderer Orte voll ausschöpfen lässt und im Sinne von Stadterneuerung genutzt werden kann. Die einst baufällige Terrasse im sog. Clal-Gebäude dient seit ihrer Eröffnung durch die Jerusalem Foundation als neues Kultur- und Gemeindezentrum. Hier finden mittlerweile Tanz-, Kunst-, und Tischlerkurse sowie Workshops für städtische Landwirtschaft statt. Mit diesem Angebot hat sich die Muslala Terrace zu einem lebendigen Kunst- und Geschäftszentrum entwickelt.