Das JICC stärkt die Zivilgesellschaft in Jerusalem

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In einem politisch und wirtschaftlich hochentwickelten Land wie Israel sollte ein gleichberechtigter Zugriff auf öffentliche Güter selbstverständlich sein. Leider sieht die Realität vieler Minderheiten anders aus: Aufgrund von kulturellen Differenzen ist es für einige Bevölkerungsteile Jerusalems schwerer, staatliche Dienstleistungen im Gesundheits-, Bildungs- oder sozialen Bereich zu empfangen. Das Jerusalem Intercultural Center – JICC – hat es sich zum Ziel gesetzt, dieser Ungerechtigkeit entgegenzuwirken. Die Jerusalem Foundation war 1999 ein Gründungsmitglied des Zentrums und fungiert bis heute als strategischer Partner eines Großteils der Projekte.  

 

Die vielfältigen Programme des JICC sind darauf ausgerichtet, die kulturellen Kompetenzen der Anbieter von Dienstleistungen zu fördern, damit diese besser auf die Problematik reagieren können. Auf der anderen Seite sollen alle Bevölkerungsgruppen Jerusalems in Entscheidungen, die ihren Alltag unmittelbar betreffen, zu mündigen und aktiven Partnern werden. Um ein solches partizipatives und inklusives Umfeld zu schaffen, müssen Kommunikationswege verbessert und die Zivilgesellschaft an der Basis gestärkt werden. Diese abstrakten Ideen manifestieren sich im Alltag der Begünstigten in einer Reihe von intelligenten, wohldurchdachten und effektiven Projekten.

 

Die folgenden Projekte aus den vergangenen Sommermonaten geben einen Einblick in die tagtägliche Arbeit des JICC:

 

Das kürzlich ins Leben gerufene Initiative „Living Safer, Living Longer“ zielt darauf ab, präventive Gesundheitsmaßnahmen und Sicherheit im Hausbereich in allen Jerusalemer Bevölkerungsgruppen voranzutreiben. Die Maßnahmen setzen sich aus individuellem Mentoring, Schulungen und Workshops zusammen und sind an die Bedürfnisse verschiedener Bevölkerungsteile angepasst. Entsprechend dem bürgernahen Konzept des JICC werden Gemeindemitglieder ausgebildet, um das Projekt selbst durchzuführen. Bei einer Veranstaltung im ultra-orthodoxen Viertel Ramot konnten kürzlich zehn Frauen als Freiwillige gewonnen werden – ein großer Erfolg!

 

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Die Basis für ein friedliches Zusammenleben in Jerusalem ist die Kenntnis der Sprache des jeweils „Anderen“. Daher bietet das JICC Sprachkurse in Hebräisch und Arabisch an. Von März bis Juli absolvierten beispielsweise 34 Mitarbeiterinnen der städtischen Verwaltung Ostjerusalems einen intensiven Kurs, sodass sie nun mit dem hebräisch-sprachigen System kommunizieren können. Durch dieses Angebot kann das Verhältnis der Jerusalemer Bevölkerungsgruppen mit nur geringem Aufwand sehr positiv beeinflusst werden.

 

Regelmäßig initiiert das JICC sogenannte „Community Cleanups“, bei denen sich Gemeindemitglieder zusammentun, um ihren Lebensraum zu verschönern. Auf diese Weise werden das Verantwortungs- und Zugehörigkeitsgefühl des Einzelnen und der Zusammenhalt in der Nachbarschaft gestärkt. Besonders in Ostjerusalem haben die Aktionen noch eine weitere Komponente, da dort die starke Verschmutzung ein echtes Gesundheitsrisiko darstellt.

 

Diese Beispiele verdeutlichen, mit welchen einfachen Mitteln das JICC die Lebensumstände benachteiligter Bevölkerungsgruppen greifbar und substantiell verbessert. An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank Herrn Dr. Jan Phillip Reemtsma, der durch seine anhaltende Unterstützung des JICC durch die Jerusalem Foundation einen großen Beitrag zur friedlichen Koexistenz in Jerusalem leistet. 

 

Sollte Ihr Interesse am JICC geweckt sein, laden wir Sie herzlich zum Besuch der Website des Centers ein.