Bildungsprogramme für äthiopische Kinder

Ethiopian Literacy Photo 3

 

Bildungsprogramme für äthiopische Kinder

 

Der Bedarf: Die äthiopische Alijah begann 1980 und brachte 125,000 äthiopische Juden nach Israel. Die in Jerusalem lebenden Äthiopier leben in besonderen Nachbarschaften mit großen äthiopischen Gemeinden. Die soziale Integration dieser Bevölkerungsgruppe steht großen Hindernissen gegenüber. Die kulturellen Unterschiede zwischen den meist illiteraten Einwanderern, die mit der israelischen Moderne nicht vertraut sind, und der heutigen Gesellschaft behindern ihre Chancen zu Bildung, Arbeit und sozioökonomische Gleichstellung. Ein staatlicher Prüfer berichtete im Mai 2013, dass 51,7% der äthiopischen Immigrantenfamilien und 65% der äthiopischen Kinder in Armut leben. Andere Berichte bestätigen diese sozialen Unterschiede: nur 43% der äthiopischen Schüler bestehen ihr Abitur, nur 22% erreichen die Zulassung zur Universität (bei den anderen jüdisch-israelischen Schülern sind es 58% bzw. 50%).

Die Jerusalem Foundation arbeitet seit 50 Jahren daran, allen Bewohnern der Stadt den gleichen Zugang zu einer guten Ausbildung zu ermöglichen. Deshalb arbeitet die Jerusalem Foundation mit zwei Zentren zusammen, die sich in Nachbarschaften mit großer äthiopischer Bevölkerung befinden, um ein auf diese Bevölkerungsgruppe angepasstes hebräisches Förderungsprogramm umzusetzen. Sowohl das Yad Rachel Therapie- und Bildungszentrum (bekannt als Yad Rachel) in der Katamon Nachbarschaft, als auch das Rachel Karawan Kinderentwicklungszentrum (Merkaz Rachel) in Kirjat Menachem bieten diverse Sozial-, Entwicklungs-, und Bildungsprogramme für Kinder in ihrem Umfeld. Diese Institutionen besitzen deshalb die professionelle Struktur um die Sprachentwicklung der äthiopischen Kinder zu fördern.

Am 26. Mai 2014 erhielt Merkaz Rachel den Ashelin Preis, der jährlich an eine israelische Institution vergeben wird, die hervorragende Arbeit für „gefährdete Jugendliche“ leistet. Die Direktorin wurde für ihre Entwicklung eines neuen multidisziplinären Models eines Vorschulentwicklungszentrums gelobt.

Die Auswirkung: Lese- und Schreibfähigkeit sind die Grundlage zum Erfolg. Sie sind die stärksten Indikatoren für zukünftige Errungenschaften in der Schule und im Leben. Die Zeit zwischen der Geburt und dem achten Lebensjahr sind gemäß Forschern die wichtigsten Jahre in der Entwicklung der Lese- und Schreibfähigkeit. Deshalb werden Eltern dazu ermutigt, ihre Kinder Erlebnissen auszusetzen, die ihre Lese- und Schreibfähigkeit fördert. Diese Grundlage im Vorlesealter vereinfacht das Lesen und Schreiben lernen in der ersten Klasse. Kinder aus Immigrantenfamilien, die ihre frühe Kindheit in einem nicht Hebräisch sprechenden Umfeld verbringen, haben oft Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben auf Mutterspracheniveau. Bei Kindern aus äthiopischen Familien müssen zusätzlich enorme kulturelle Unterschiede überbrücken. Die Jerusalem Foundation unterstützt die Hebräischen Förderungsprogramme in Merkaz Rachel und Yad Rachel mit dem Ziel, die Möglichkeiten der äthiopischen Immigranten auszugleichen und äthiopisch-israelischen Kindern den bestmöglichen Start ins Leben zu geben.

 

 

Die Hebräischen Förderungsprogramme beinhalten:

  • Lese- und Schreibförderung:

Das Programm bietet Kindern in den frühen Klassenstufen der Grundschule altersgerechte Lektionen, Materialien und Erlebnisse die sie benötigen um Lesen und Schreiben zu lernen.

  • Vorbereitung für die erste Klasse:

Bei jungen Kindern die in einem Haushalt aufwachsen, in dem auf Lesen nicht Wert gelegt wird, die ihre Eltern selten lesen sehen und keine Gutenachtgeschichten erzählt werden, fehlt meist die Grundlage, um in der ersten Klasse Lesen und Schreiben zu lernen. Der Vorbereitungskurs für die erste Klasse ermöglicht diesen Kindern den Beginn der ersten Klasse mit der selben Grundlage ihrer Klassenkameraden.

  • Kulturell feinfühlige Elternberatung:

Viele äthiopische Eltern sind selbst Analphabeten in ihrer Muttersprache Amharisch und/oder in Hebräisch. Der Erfolg der Lesevorbereitungsprogramme ist deshalb davon abhängig, dass die Eltern die Notwendigkeit dieser Programme verstehen.

Webseite: http://www.rachel-center.org

Projektpartner: Die Jerusalemer Stadtverwaltung, das Bildungsministerium, das Gesundheitsministerium, das Bauministerium, der Ganim Gemeinderat, der Gonenim Gemeinderat, 360: das nationale Programm für gefährdete Kinder und Jugendliche.

 

Wenn Sie dieses Projekt unterstützen möchten oder weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an: anfrage@jfjlm.org