Café Europa

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Die rund 22.000 Jerusalemer Holocaustüberlebende zählen zu den sozial schwächsten Bevölkerungsgruppen der Stadt. Viele von ihnen sind psychologischen, körperlichen und finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt. Unverzügliche und grundlegende Abhilfe ist für diese Menschen dringend erforderlich. 

Als Antwort darauf bietet ihnen das Café Europa-Netzwerk ein soziales Umfeld und Unterstützung bei der Bewältigung verschiedener Aufgaben. Primär dienen die Cafés als Treffpunkte, die den Überlebenden die Teilnahme an sozialen und kulturellen Aktivitäten wie Konzerte und Lesungen ermöglichen, so wie Programme zur Unterstützung der wöchentlich 300 Teilnehmer. Sozialarbeiter kümmern sich um individuelle Bedürfnisse der Senioren und helfen ihnen bei der Durchsetzung von Rechten und ihnen zustehenden Sonderleistungen. 

Obgleich die Zahl der Überlebenden stetig abnimmt, verzeichnen die verschiedenen Café-Standorte kontinuierlich wachsende Teilnehmerzahlen. Zum einem liegt dies daran, dass die Bereitschaft dieser Menschen, über ihr eigenes Schicksal zu sprechen und den Kontakt zu anderen Betroffenen zu suchen zunimmt. Außerdem lassen sich dank Erweiterung des Programmangebots mehr Überlebende erreichen. Das "Café auf Rädern" besucht Senioren, die ans Haus gebunden sind. Auf diese Weise können sie Computerkurse belegen und in der mobilen Bibliothek Bücher ausleihen. Bis zu 100 Menschen nehmen diesen Dienst wöchentlich in Anspruch.

Alleine in Jerusalem gibt es mittlerweile sechs Zweigstellen. So kann man auch adäquat auf individuelle kulturelle Erfordernisse dieser vielschichtigen Zielgruppe eingehen. Im Stadtteil Pisgat Ze´ev beispielsweise finden die Programme auf Russisch statt, in der sog. German Colony weitgehend in englischer Sprache. In den orthodoxen Cafés dieses Netzwerkes werden die Progrmme nach Geschlecht getrennt und angeboten, damit sie von allen Interessierten wahrgenommen werden können.

Ein Teilnehmer beschreibt Café Europa als einen Ort, an dem "ich Kontakte knüpfen, ein Konzert hören oder einfach nur lesen und entspannen kann. Es ist der einzige Ort, an dem ich von Leuten umgeben bin, die mich wirklich verstehen."

Mit seinem vielfältigen Angebot, das auch von Freunden der Jerusalem Foundation gefördert wird, ist Café Europa mittlerweile ein wesentliches Versorgungsnetz für psychologische Betreuungs- und Rehabilitation- Services für die Holocuastüberlebenden in Jerusalem.

Wenn Sie dieses Projekt unterstützen möchtenoder weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an: anfrage@jfjlm.org